Holocaust Task Force

Der Zweck, gleichgültig welchen Gegenstand zu unterrichten, ist es, die Neugierde der Studierenden zu wecken, um kritisches Denken und die persönliche Entwicklung zu fördern. Es ist daher wesentlich, dass die Pädagogen sich über die Grundlagen des zu unterrichtenden Gegenstandes im Klaren sind.

Wenn also Pädagogen sich diese Grundlagen beim Unterricht über den Holocaust gründlich überlegen, werden sie eher Themen wählen, die den Interessen Ihrer Schüler entsprechen und die ihnen ein klareres Verständnis eines komplexen Ereignisses vermitteln.

Die folgenden Überlegungen könnten das Nachdenken über den Holocaust-Unterricht fördern:

  1. Der Holocaust war ein Wendepunkt, nicht nur in der Geschichte des 20.Jahrhunderts, sondern auch in der Geschichte der Menschheit. Er war der nie dagewesene Versuch, ein gesamtes Volk zu ermorden und seine Kultur auszulöschen. Der Holocaust sollte studiert werden, weil er die Grundlagen unserer Zivilisation erschüttert hat.
  2. Ein gründliches Studium des Holocaust hilft den Studierenden über Gebrauch und Missbrauch der Macht nachzudenken, über die Rolle und Verantwortung von einzelnen Organisationen und ganzen Völkern, wenn sie sich Verletzungen der Menschenrechte gegenüber sehen. Weiters kann es das Bewusstsein für das Potential von Genozid in der heutigen Welt schärfen.
  3. Der Holocaust-Unterricht hilft den Studierenden die Zusammenhänge von Vorurteilen, Rassismus, Antisemitismus und Stereotypisierung in jeder Gesellschaft zu verstehen. Er hilft den jungen Menschen, den Wert der Verschiedenheit in einer pluralistischen Gesellschaft zu erkennen und eine Sensibilität gegenüber Minderheiten zu entwickeln.
  4. Der Holocaust lehrt, wie eine moderne Gesellschaft ihre technologischen Fähigkeiten und ihre bürokratische Infrastruktur dazu benützen konnte, eine zerstörerische Politik von Zwangssozialisierung bis zum Genozid in der heutigen Welt durchzusetzen.
  5. Der Holocaust schafft auch einen Rahmen, innerhalb dessen man sich der Gefahren bewusst werden kann, angesichts der Unterdrückung anderer, still und gleichgültig zu bleiben.
  6. Während die Studenten so die verschiedenen historischen, sozialen, religiösen und wirtschaftlichen Faktoren kennen lernen, die schließlich zum Holocaust führten, gewinnen sie einen Einblick in die Komplexität des historischen Prozesses und verstehen, wie eine Konvergenz von ganz verschiedenen Dingen zur Auslöschung demokratischer Werte führen kann. Die Studenten werden verstehen, dass es die Pflicht von Staatsbürgern einer Demokratie ist, die ersten Anzeichen der Gefahr zu erkennen und zu wissen wann sie zu reagieren haben.
  7. Der Holocaust ist in vielen Ländern ein zentrales Thema geworden. Das zeigt sich sowohl in den Medien, aber auch in der Volkskultur. Holocaust-Erziehung kann den Studierenden nicht nur historisches Wissen verschaffen, sondern gibt ihnen auch die Befähigung, diese kulturellen Manifestationen zu verstehen und zu bewerten.

Weitere Informationen erhalten Sie auf www.holocausttaskforce.org