Weinland Israel

Israelischer Winzer im Negev. (© Matthias Hinrichsen)

Israelischer Winzer im Negev. (© Matthias Hinrichsen)

Israelischer Wein zählte bis Ende der 1990er-Jahre nicht zu den Spitzenweinen im internationalen Vergleich. Inzwischen feiern heimische Sorten eine Renaissance und werden vereinzelt von Weinkritikern als herausragend bezeichnet wie beispielsweise die Rebsorte Wild Carignan vom Weingut Recanati. Mit der Einführung moderner Anbau- und Keltermethoden zur Weinherstellung und der Auswahl an bewährten Rebsorten wie Merlot, Chardonnay, Cabernet Sauvignon, Pinot Noir oder Gewürztraminer konnten israelische Winzer sich inzwischen auf dem Weltmarkt gut positionieren. Große Mengen jedoch werden nicht produziert und ist auch nicht beabsichtigt.

Die Geschichte des Weins in dieser Region ist rund 10.000 Jahre alt. Auf dem Gebiet des heutigen Europa wurde Wein erst einige tausend Jahre später hergestellt. Und dennoch spielte Wein als Genussmittel im Nahen Osten lange bis in die moderne Zeit eine untergeordnete Rolle. Bei Moslems ist Alkohol offiziell nicht erlaubt, bei Juden ist er Bestandteil religiöser Rituale und meist süß wie der Kiddush-Wein. Überhöhter Alkohol-Genuss ist den Juden unbekannt, was auf einen wichtigen Vers in der Torah, der jüdischen Bibel, zurückzuführen sein könnte. Da heißt es im 5. Mose 28 Vers 39: „Weinberge wirst du pflanzen und bauen, aber weder Wein trinken noch Trauben lesen; denn die Würmer werden’s verzehren.“ (Lutherbibel 2017) Wie der koschere Kiddushwein hergestellt wurde, lässt sich damit allerdings nicht erklären.

Doch einmal im Jahr ist überhöhter Weingenuss per jüdischen Gelehrten quasi angeordnet, an Purim. Als Sinnbild über die endlose Freude der Errettung vor dem sicheren Tod vor 3.000 Jahren sagen sie: „Jeder muss so viel Wein trinken, bis er nicht mehr unterscheiden kann zwischen ‚Verflucht sei Haman‘ und ‚Gelobt sei Mordechai‘. Im modernen Israel wird aber auch auf hochprozentigen Alkohol zurückgegriffen, weil er billiger ist.

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