Geldverlust im Ausland: Das sollten Sie beachten

Wie kommt man bei Diebstahl oder Verlust in Israel am schnellsten an Bargeld? (© Matthias Hinrichsen)

Wie kommt man bei Diebstahl oder Verlust in Israel am schnellsten an Bargeld? (© Matthias Hinrichsen)

Ob Weltreise oder Abenteuertrip in Asien, Erholungsurlaub unter Palmen oder ein Kulturtrip nach Israel: Wer im Ausland Bargeld, Debit- und Kreditkarten verliert oder bestohlen wird, hat ein großes Problem. Fern der Heimat können Freunde oder Verwandte nicht einfach einspringen und die Hotelrechnung, den Restaurantbesuch oder den Weitertransport bezahlen. Neben der Sperrung wichtiger Karten ist es in diesem Fall besonders wichtig, möglichst schnell und unkompliziert an Kartenersatz und Bargeld zu gelangen, um die Reise fortsetzen zu können oder zumindest wieder nach Hause zu kommen. Geldtransfers können dabei der Retter in der Not sein – wenn man weiß, was dabei zu beachten ist.

Verlust von Bargeld und Karten: Was tun bei Diebstahl, Raub & Co?

Bargeld Debit- und Kreditkarten sind in Israel weit verbreitet und stellen für Reisende daher die erste Wahl in Sachen Geld und Bezahlarten dar. Bargeld, das im Urlaub verloren geht oder gestohlen wird, müssen Reisende oftmals abschreiben – weitere Konsequenzen sind allerdings nicht zu befürchten. Debit- und Kreditkarten, die verloren gehen, gestohlen oder geraubt werden, stellen dagegen ein langfristiges Sicherheitsrisiko dar. Umso wichtiger ist es, entsprechende Karten schnellstmöglich sperren zu lassen.

Die Sperrung kann grundsätzlich über das ausgebende Geldinstitut, eine internationale Sperrhotline oder direkt über das Kreditkartenunternehmen in telefonischer Form, über eine App oder mit einer E-Mail erfolgen. Am einfachsten und sinnvollsten erfolgt die Sperrung aller betroffenen Kreditkarten über den kostenlosen Kuno Sperr-Notruf. Benötigt werden dafür Daten wie die Kontonummer (Debitkarten) oder der Name der ausgebenden Bank (Kreditkarten). Erreichbar ist der Notruf rund um die Uhr über die einheitliche Rufnummer 116 116 mit der Landesvorwahl für Deutschland (aus Israel 0049 oder alternativ 01249, 01349, 01449) sowie über die Rufnummer 0049 (0)30/40 50 40 50. Einige Bankkarten können ggf. nicht über die Hotline gesperrt werden – hier muss die ausgebende Bank direkt informiert werden. Die Sperrnummer ist in der Regel auf der Rückseite der jeweiligen Karte zu finden. Grundsätzlich empfehlenswert ist es, sich vor der Abreise wichtige Daten wie Karten- und Kontonummern sowie die Notfallnummern sorgfältig zu notieren und an einem anderen Platz als die Karten sicher aufzubewahren.

Sobald der Verlust bemerkt wird, sollte in jedem Fall zuerst die Sperrung erfolgen, um einem Kartenmissbrauch vorzubeugen. Im Anschluss empfiehlt es sich, die Polizei zu informieren und ggf. in Fundbüros nach dem Verbleib der Karte(n) zu forschen. Soll eine Ersatzkarte nach Israel gesendet werden, etwa weil der Aufenthalt dort länger dauert, ist darüber hinaus das entsprechende Kreditkarteninstitut zu informieren. Die neue Karte ist in der Regel je nach Kartentyp binnen 1-3 Arbeitstagen verfügbar.

Bargeld im Ausland beschaffen

Wer noch einige Zeit in seinem Reiseland verbringen möchte, kann sich von seinem Geldinstitut eine (meist mit Kosten verbundene) Ersatzkarte ausstellen lassen. Bis zum Eintreffen der Ersatzkarte oder zur Heimreise wird jedoch Bargeld zur Überbrückung benötigt. Fehlt lediglich Bargeld, Debit- und Kreditkarten sind jedoch noch vorhanden, kann eine Überweisung durch Freunde oder Verwandte das Problem lösen. Überweisungen auf ein deutsches Konto stehen meist noch am selben Tag, spätestens aber am nächsten Werktag zur Verfügung. Bei der Postbank sind eingezahlte Beträge binnen weniger Minuten weltweit abrufbar. Überweisungen auf israelische Konten können mehrere Werktage dauern.

Bei Pauschal- und Gruppenreisen bietet es sich an, Mitreisende um Auslage zu bitten oder einen ausreichend hohen Geldbetrag von Freunden oder Familienmitgliedern an den Reiseveranstalter überweisen zu lassen, der den Betrag vor Ort über die Reiseführung auszahlen kann. Mobile-Payment-Lösungen sind in Israel bislang kaum verbreitet und stellen demzufolge keine sinnvolle Zahlungsalternative dar. Geldtransfers bieten jedoch die Möglichkeit, schnell und unkompliziert in Israel an Geld zu gelangen.

Geldtransfer ins Ausland: Das sollten Sie beachten

Geldtransfers wie die Internetplattform Azimo bieten die Möglichkeit, Geld international zu versenden und zu empfangen – schnell, unkompliziert und ohne Girokonto. Ein beliebiger Geldbetrag kann dabei an private Personen oder Unternehmen gesendet und an zahlreichen Payout-Standorten wie Partnerbanken, Postämtern, Privatadressen oder mit einer Mobile Wallet abgerufen werden. Für Israel stehen derzeit zwei Auszahlungsarten zur Verfügung, die Bargeldabholung und die SWIFT-Zahlung. Während die SWIFT-Zahlung binnen 24 Stunden verfügbar ist, kann die Bargeldabholung noch am selben Tag an mehr als 940 Orten in Israel erfolgen. Der jeweilige Betrag kann (je nach Auszahlungsart) in Euro, US-Dollar oder Schekel ausgezahlt werden. Achtung: Die Währung entscheidet neben der Höhe des Geldbetrages über die Gebührenhöhe. Am günstigsten (Stand: Mai 2016) erscheint die Auszahlung als Bargeldabholung in US-Dollar.

Insbesondere die neuen Internetplattformen stellen eine sehr günstige und zuverlässige Alternative zu teuren, langsamen Banküberweisungen ins Ausland sowie zu etablierten, aber ebenfalls teuren klassischen Anbietern wie Western Union und Reisebanken dar. Ihre Dienste sind zwar auch nicht kostenfrei – die anfallenden Gebühren liegen im Fall von beispielsweise azimo aber bis zu 90 Prozent unter den üblichen Gebühren von Banken und anderen Geldtransferunternehmen.

Grundsätzlich gilt: Die Kosten werden prozentual berechnet (dabei gilt meist ein Sockelbetrag von 2, 3 oder 4 Euro), sie variieren je nach Empfängerland und Höhe des Geldbetrages, bei allen Anbietern. Seriöse Geldtransfers weisen die anfallenden Kosten transparent vor der Transaktion aus. Da für jede Transaktion Kosten anfallen, empfiehlt es sich, statt mehrerer kleinerer Transaktionen einmalig eine größere Summe zu senden bzw. anzufordern.