Israel-ABC: Das christliche Jerusalem entdecken

22.02.2018 (13:09) von | Kategorie: Israel-ABC
Ölberg in Jerusalem, links der Garten Gethsemane.

Der Ölberg in Jerusalem, links der Garten Gethsemane. (© Matthias Hinrichsen)

JERUSALEM (siv) – Die Heilige Stadt, wie Jerusalem auch genannt wird, zeugt von einer bedeutungsvollen christlichen Vergangenheit. Wir laden Sie ein, die wichtigsten Orte auf einer Rundtour kennenzulernen. DDer Ölberg mit Sichtauf Jerusalem ist der beste Startpunkt. Steht kein Bus zur Verfügung, kann man mit der arabischen Buslinie 75 in die Nähe fahren. Von der in 800 Metern Höhe gelegenen Aussichtsplattform haben Sie den besten Ausblick, insbesondere auf die Altstadt mit dem Tempelberg.

Jerusalem vom Ölberg aus gesehen.

Jerusalem vom Ölberg aus gesehen. (© Matthias Hinrichsen)

Der Ölberg selbst ist im Neuen Testament von besonderer Bedeutung: Jesus zog über den Ölberg nach Jerusalem ein (Lukas 19,28-40), später fuhr von hier in den Himmel auf (Lukas 24,50). Davor schlängelt sich das Kidrontal gen Süden, rechter Hand erinnert der Palmsonntagsweg an Jesu Einzug in Jerusalem. Vorbei an den zahllosen jüdischen Gräberreihen taucht auf halber Höhe die Franziskaner-Kapelle Dominus Flevit auf und lädt zur Besinnung ein. Hier soll Jesus mittelalterlichen Pilgern zufolge über den Untergang Jerusalems geweint haben (Lukas 19,41-44). Der Kirchenraum lädt zu Gebet und Stille ein.

Garten Gethsemane in Jerusalem.

Garten Gethsemane in Jerusalem. (© Matthias Hinrichsen)

Wenige hundert Meter weiter bergab weist ein unscheinbares Schild mit der Aufschrift „Entry“ auf den Eingang zum Garten Gethsemane hin. Die mächtige Stämme der Olivenbäume mögen 1000 Jahre oder auch aus Jesu Zeiten stammen. Ein bewegender Ort: Jesu betet zu Gott, er möge den Kelch an ihm vorüber gehen lassen, doch er schließt mit „Dein Wille geschehe“. Später wird er von Soldaten gefangen genommen – und lässt es geschehen. Die Kirche nebenan trägt den Namen Todesangstbasilika und ist innen entsprechend dunkel und karg.

Teich Bethesda, dahinter die St.-Anna-Kirche. (© Matthias Hinrichsen)

Teich Bethesda, dahinter die St.-Anna-Kirche. (© Matthias Hinrichsen)

Durch das Kidrontal führt eine Straße nordwärts, bald zweigt man nach links zum Löwentor ab. Rechter Hand liegt der Teich Bethesda, wo Jesus eins seiner Wunder vollbrachte und einen gelähmten Mann am Sabbat heilte (Johannes 5,1-18). Der sogenannte Teich bestand aus zwei großen Becken, die treppenförmig angeordnet aber heute leider nur in Fragmenten zu erkennen sind. Gleich daneben erwartet Sie die St.-Anna-Kirche. So unscheinbar das Gemäuer von außen wirkt, gehen Sie hinein und lassen die einmalige Akustik auf sich wirken. In der Stille oder noch viel besser bei Gesang. Sie werden erstaunt sein, wie klar der Wiederhall ist.

Station VI der Via Dolorosa.

Station VI der Via Dolorosa. (© Matthias Hinrichsen)

Wieder hinaus, folgen Sie dem Weg, den Sie gekommen sind auf dem alten Kopfsteinpflaster. Die Via Dolorosa, insgesamt gibt es 16 Stationen, beginnt in den Überresten der Burg Antonia, leider nur kostenpflichtig zu besichtigen. Es sind die Leidensstationen Jesu durch Jerusalem, von der Verurteilung bis zur Kreuzigung und Wiederauferstehung. Wissenschaftler halten die heutige Via Dolorosa nicht für den tatsächlichen Weg, den Jesus nehmen musste. Er ist vielmehr ein Gedenkweg, an den einzelnen Stationen haben christliche Pilger aus aller Welt, ihrem Herrn zu gedenken. Im französischen Pilgerhaus Ecce Homo kann man in der Krypta verweilen, auf dem 2000 Jahre alten römischen Kopfsteinpflaster. Bis hin zur Grabeskirche ergeben sich zahlreiche Gebets- und Gedenkhalte, manche Gruppen tragen ein großes Holzkreuz und machen immer wieder Halt. Freitags um 15 Uhr startet eine Prozession, die von Franziskanern angeführt wird und direkt zur Grabeskirche führt.

Eingang zum Grab Jesu in der Grabeskirche.

Eingang zum Grab Jesu in der Grabeskirche. (© Matthias Hinrichsen)

Dort befinden sich die restlichen Stationen der Via Dolorosa, bis hin zum Grab Jesu, das sich unter der großen Kuppel empor hebt. Für orthodoxe Christen ist dieses der heiligste Ort, manche sparen ein Leben lang, nur um einmal hier zu sein. Wenn Sie dort sind und denken es sei voll, dann sollten Sie mal an Ostern zugegen sein! Rund um die Uhr werden Prozessionen abgehalten, die Luft ist zum Schneiden dick, Massen bewegen sich hin und her, manche überkommt die Müdigkeit wo sie gerade sitzen. Wenn Ihnen danach ist, können Sie jederzeit auch über Nacht in der Grabeskirche bleiben, jedoch ohne Bett. Abends um 21 Uhr wird das Hauptportal verschlossen, in den frühen Morgenstunden öffnet es sich wieder – doch nicht durch Christen, sondern seit Jahrhunderten durch zwei arabische Familien, weil sich die anwesenden Priester bis heute nicht über die Schlüsselgewalt einigen konnten.

Ausblick vom Kirchturm der Erlöserkirche. (© Matthias Hinrichsen)

Ausblick vom Kirchturm der Erlöserkirche. (© Matthias Hinrichsen)

Am nächsten Tag starten Sie bei der nicht weit entfernten evangelischen Erlöserkirche – sie hat etwas ganz Besonderes zu bieten. Den Glockenturm hinauf, haben Sie eine grandiose Aussicht über die Altstadt bis hin zum Ölberg, auf dem Sie gestern gewesen sind. Zwei Ebenen tiefer, erwarten Sie Ausgrabungen – direkt unter der Kirche – die bis in die Zeit Jesu zurück reichen. Nicht weit entfernt sind das Jaffator und der Aufgang zur Altstadtmauer. Der nördliche Rundgang ist sehr empfehlenswert. Über den Dächern bekommen Sie eine ganz neue Sicht auf das Leben der Bewohner, bis hin zum Löwentor können Sie gehen. Danach sollten Sie unbedingt noch das Österreichische Hospiz besuchen, um frischen Apfelstrudel zu genießen und den Tag gemütlich beim Schlendern durch die Altstadtgassen ausklingen lassen.

Kontakt für Reiseleiter

Für weitere Informationen steht Ihnen das Staatliche Israelische Verkehrsbüro in Berlin zur Verfügung und sendet auch gerne Unterlagen per Post zu.

Staatliches Israelisches Verkehrsbüro
Telefon 030-2039970
Fax 030-20399730
E-Mail info-de@goisrael.gov.il
Website: www.goisrael.de

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