Israel-ABC: Was ist ein Dreidel?

17.09.2011 (15:33) von | Kategorie: Israel-ABC
Der Dreidel wird mit den Fingern zum Drehen bewegt. Kommt er zum Stillstand, bleibt er auf einer Seite liegen, die bestimmt, was der Spieler zu tun hat. (© Adam Baker/flickr CC BY 2.0)

Der Dreidel wird mit den Fingern zum Drehen bewegt. Kommt er zum Stillstand, bleibt er auf einer Seite liegen, die bestimmt, was der Spieler zu tun hat. (© Adam Baker/flickr CC BY 2.0)

Ein Dreidel, im modernen Hebräisch »Sevivon« genannt, ist ein vierseitiger Kreisel. Jede Seite ist mit einem der folgenden hebräischen Buchstaben beschriftet: נ (Nun), ג (Gimel), ה (He), ש (Schin), stellvertretend für den Spruch »Nes Gadol Haja Scham« – »Ein großes Wunder ist dort geschehen«. Das Dreidel-Spiel ist eins der ältesten Spiele weltweit. Der Dreidel ist nicht, wie oft vermutet, ein Gebetskreisel, sondern hat den Erzählungen nach seinen Ursprung im Jahr 170 v.d.Z. (v.Chr.).

Ein Dreidel aus Holz in einfacher Ausführung. (© Todd Jordan/flickr CC BY-NC-SA 2.0)

Ein Dreidel aus Holz in einfacher Ausführung. (© Todd Jordan/flickr CC BY-NC-SA 2.0)

Dreidel – Hebräisch-Unterricht

Damals stellten sie die Ausübung des Judentums unter Todesstrafe. Von dieser Tatsache nicht eingeschüchtert, unterrichteten Lehrer weiterhin die jüdischen Schriften. Wurde eine Patrouille gesichtet, sollen sie vorgegeben haben, mit dem unverfänglichen Dreidel zu spielen. Heute wird es als traditionelles Spielzeug benutzt: Jüdische Kinder spielen mit dem Dreidel während des achttägigen Lichterfestes.

Dreidel – So wird gespielt

Die Spieler drehen abwechselnd den Dreidel, gespielt wird meist um Süßigkeiten. Wenn der Dreidel zum Stillstand kommt, zeigt die nach oben liegende Seite an, was zu tun ist:

נ Nun = (jidd. nisht) – kein Gewinn, kein Verlust
ג Gimel = (jidd. gants) – Gewinn: der gesamte Kasseninhalt; zur Fortsetzung des Spiels legt jeder Spieler wieder ein Stück (oder zwei Stücke) in die Kasse
ה He = (jidd. halb) – Gewinn: die Hälfte der Kasse
ש Schin = (jidd. shtel) – Verlust: ein Stück (oder zwei Stücke) in die Kasse legen; sollte der Spieler kein Stück mehr haben, scheidet er aus (er ist pleite)

Die Entscheidung, ob ein oder zwei Stücke zu zahlen oder entnehmen sind, vereinbaren die Spieler vorher unter sich selbst. Weitere Varianten sind nicht bekannt, können aber durchaus vorkommen.

(Quellennachweis: Chabad Lubawitsch Hannover)

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