Geschichte

David Ben-Gurion bei der Verlesung der Unabhängigkeitserklärung 1948. (©  GPO)

David Ben-Gurion bei der Verlesung der Unabhängigkeitserklärung 1948. (© GPO)

Die Geschichte Israels ist eng verwoben mit der des jüdischen Volkes. Mit Israel geht, nach der Vertreibung in die ganze Welt vor annähernd 2.000 Jahren und der seit einigen Jahrzehnten andauernden Rückkehr, ein Herzenswunsch vieler Juden nach einem eigenen jüdischen Staat in Erfüllung.

1948 wurde nach Beschluss der UN-Vollversammlung der jüdische Staat gegründet, wenige Stunden darauf mussten die neuen Staatsbürger bereits ihr Land gegen die sechs umliegenden arabischen Nationen verteidigen, denn sie waren eingefallen, um diesen Staat und sein Volk zu vernichten. Bis heute ging keine kriegerische Auseinandersetzung für Israel verloren, was von vielen Menschen als Bewahrung durch Gottes Macht verstanden wird, denn die Juden sind nach biblischer Überlieferung das Volk Gottes. Um die heutige Situation möglichst objektiv zu betrachten, sind geschichtliche Kenntnisse unabdingbar. Diese werden nachfolgend chronologisch aufgezeigt.

  • 12.-11. Jahrhundert v.Chr. (v.d.Z.): protoisraelische Besiedlung der Region
  • 1000 v.Chr.: Jerusalem wird als Hauptstadt von Davids Königreich Israel erwähnt
  • Israel zerfällt nach dem Tod Salomos in das Nordreich Israel und das Südreich Judäa
  • 722 v.Chr.: Israel zerfällt nach Gefechten gegen die Assyrer
  • 587 v.Chr.: Juda wird von den Makabäern erobert; später war es in der Reihenfolge Teil des Perserreichs, des Reichs von Alexander dem Großen und dem Reich der Seleukiden
  • 165 v.Chr.: Juda ist wieder frei
  • 63 v.Chr.: Juda wird Teil des Römischen Reichs (Norden: Syria, Süden: Judäa)
  • 70 n.Chr.: Jerusalem und der Zweite Tempel werden von den Römern zerstört
  • 135 n.Chr.: Ende des letzten jüdischen Aufstands gegen das Römische Imperium (Bar-Kochba-Aufstand)
  • ab 136 n.Chr.: Das jüdische Volk wird zerschlagen und flüchtet in die ganze Welt (Diaspora)
  • Die Region wird per Erlass von Kaiser Hadrian (117-138 n.Chr.) in „Palästina“ umbenannt (Ursprung von Philister)
  • 636: Araber erobern die Region und werden sesshaft (1800 Jahre nach der Besiedlung durch Israeliten)
  • 1099-1291: Kreuzfahrer (Christen) erobern und befreien die Region um Jerusalem und bezeichnen den Landstrich als „Lateinisches Königreich Jerusalem“
  • 1291-1517: Mamluken
  • 1517-1918: Palästina ist Provinz (!) des Osmanischen Reichs, kein eigenständiger Staat
  • ab 1880: Besiedlung durch jüdische Einwanderer; in dieser Zeit war Palästina insgesamt nur dünn besiedelt
  • 1882: Erste Alija (jüdische Masseneinwanderung) von politischen und religiösen Flüchtlingen
  • Theodor Herzl 1898 mit einer Zionisten-Delegation in der Altstadt von Jerusalem. (© GPO)

    Theodor Herzl 1898 mit einer Zionisten-Delegation in der Altstadt von Jerusalem. (© GPO)

    1898: ca. 5.200 jüdische Bewohner leben in Kibbuzim (landwirtschaftliche Mustersiedlungen)

  • 1904-1914: Zweite Alija (verstärkter Antisemitismus in Europa und 1. Weltkrieg)
  • 1909: Gründung von Tel Aviv, der ersten jüdischen Siedlung in Palästina außerhalb arabischer Mauern (in diesem Fall Jaffa)
  • 1917: Ende der osmanischen Herrschaft über Palästina durch Sieg der Briten
  • 1922: Völkerbund überträgt Großbritannien das Mandat für Palästina (Grundlage: Konferenz von Sanremo 1920), Mandatsbedingungen: Umsetzung der Balfour-Deklaration (vom 2.11.1917) zur „Gründung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina“ (jüdische Einwanderung ermöglichen, Juden geschlossen auch auf ehemaligem osmanischen Gebiet ansiedeln, Rechte nicht-jüdischer Bewohner und Gemeinschaften sollten erhalten bleiben)
  • 1922: Großbritannien teilt Palästina in zwei Verwaltungsbezirke: Palästina und Transjordanien (heute Jordanien)
  • 1922: Juden dürfen sich nur westlich des Jordans ansiedeln
  • 1924-1932: Vierte Alija
  • 1933-1939: Fünfte Alija (starker Zuzug durch Flucht vor den Nazis)
  • 1937: Erster Teilungsplan sieht Galiläa und ein Küstengebiet für alle Juden vor, den überwiegenden Rest des Landes für die Araber. Juden nehmen an, Araber lehnen ab, Teilungsplan scheitert.
  • 1941:  Amin al-Husseini, Mufti von Jerusalem, wird von Adolf Hitler in Berlin empfangen, der Überlieferung nach habe der Mufti mit Adolf Eichmann der Ermordung aller Juden im arabischen Raum geplant
  • 1946: Transjordanien wird unabhängig
  • UN-Teilungsplan für das britische Mandat Palästina aus dem Jahr 1947. (gemeinfrei)

    UN-Teilungsplan für das britische Mandat Palästina aus dem Jahr 1947. (gemeinfrei)

  • 29.11.1947: UN-Teilungsplan für Palästina (UN Resolution 181 – 33 Stimmen dafür, 13 dagegen, 10 Enthaltungen): Aufteilung in je einen jüdischen und arabischen Staat, Jerusalem wird unter internationale Kontrolle gestellt; Teilung des Landes siehe Karte; den Juden wurden 56,5% des Landes zugesprochen, 2/3 davon waren die unfruchtbare Negev-Wüste; rund 47% des gesamten Verteilungsgebietes waren zum Zeitpunkt des Teilungsplans besitzlos, insbesondere der Negev; Juden nehmen den Plan an, Araber lehnen aufgrund der Gegenwart von Juden in der Region als Provokation ansehen; Araber lehnen mit dieser Begründung bis heute die Existenzrecht Israels ab
  • 14.05.1948: Das britische Mandat über Palästina endet.
  • 14.05.1948, 16.00 Uhr: Der jüdische Nationalrat unter dem Vorsitz von David Ben Gurion verkündet in der Unabhängigkeitserklärung die Errichtung des Staates Israel.
  • 14.05.1948: Elf Minuten nach der Unabhängigkeitserklärung erkennen die USA, am 16.05.1948 die Sowjetunion und am 18.05.1948 die Tschechoslowakei den Staat Israel offiziell an.
  • 14./15.05.1948: In der Gründungsnacht erklären die arabischen Nachbarstaaten Ägypten, Saudi-Arabien, Transjordanien, der Libanon, der Irak und Syrien dem Staat Israel den Krieg! 
  • Mai 1948 – Januar 1949: Erster Israelischer Unabhängigkeitskrieg zur Verteidigung der durch die UN zugeteilten Gebiete; Israel verteidigt erfolgreich sein Staatsgebiet und erobert zudem weitere Gebiete im westlichen Galiläa und Nord-Negev.