„Gegen das Vergessen – Zum Gedenktag der Befreiung von Auschwitz“

03.01.2018 (08:31) von | Kategorie: TV
Eingangstor Auschwitz.

Eingangstor Auschwitz. (© Greg Clarke/Flickr CC BY-ND 2.0)

30.1.2018 – 20.15 Uhr – Arte: Anlässlich des Internationalen Tages des Gedenkens an die Opfer des Holocausts zeigt ARTE Filme von Claude Lanzmann und Emil Weiss. Aus unveröffentlichtem Material von Lanzmanns Dokumentation „Shoah“ entstanden einige weitere Filme. In „Vier Schwestern“ erzählen vier durch ihr Schicksal verbundene Frauen – Ruth Elias, Ada Lichtman, Paula Biren und Hanna Marton – ihre Geschichte als Holocaust-Überlebende.

„Der letzte der Ungerechten“ basiert auf Gesprächen mit dem Rabbiner Benjamin Murmelstein, der als sogenannter Judenältester im KZ Theresienstadt täglich in unglaubliche Entscheidungszwänge geworfen war. Der Film „Auschwitz. Das Projekt“ von Emil Weiss ergänzt den Themenschwerpunkt und zeigt in bedrückender Stille vier Berichte von Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz.
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Am 27. Januar 1945 befreit die Rote Armee das Vernichtungslager Auschwitz. Dieses Datum wird 60 Jahre später durch die Vereinten Nationen zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust erklärt. Aus diesem Anlass hat ARTE im Januar 2018 einen Themenschwerpunkt mit Filmen der französischen Filmemacher Claude Lanzmann und Emil Weiss ins Programm genommen. Claude Lanzmann versuchte mit seinem großen Dokumentarfilm „Shoah“ das Unnennbare zu benennen. Damit ging der hebräische Begriff der „Schoah“ in den aktiven Wortschatz vieler Sprachen und Gesellschaften für das unvergleichliche Geschehen während des Zweiten Weltkriegs ein: die industrielle Ermordung – der Genozid – von sechs Millionen Menschen jüdischen Glaubens auch Holocaust – „ganz verbrannt“ – genannt.

Claude Lanzmann reiste über elf Jahre durch ganz Europa und Israel und sprach mit Menschen, die die Schoah überlebt hatten. Er arbeitete nahezu zwei Jahrzehnte an dem mehr als neunstündigen Dokumentarfilm. Bei der Montage von „Shoah“ stellte Claude Lanzmann aber fest, dass er einige der langen Gespräche, die er geführt hatte, nicht für „Shoah“ verwenden konnte. Aus diesem Material entstanden in den letzten Jahren mehrere Dokumentarfilme, die ARTE nun zeigt. Vier bewegende Interviews mit Frauen, die den Gräueln der Nazis entkommen konnten, montierte Lanzmann zu der Dokumentarfilmreihe „Vier Schwestern“. Ruth Elias, Ada Lichtman, Paula Biren und Hanna Marton sind Überlebende und schildern ihre Geschichte sehr intim und schonungslos offen.

2013 erscheint ein weiterer Film aus den „Shoah“-Interviews. „Der letzte der Ungerechten“ basiert auf unveröffentlichtem Material aus Gesprächen mit dem Rabbiner Benjamin Murmelstein. Dr. Murmelstein war eine sehr ambivalente Persönlichkeit. Er wurde von den Nationalsozialisten unter Zwang zum Mitglied des Wiener „Judenrates“ und später nach der Ermordung Dr. Eppsteins zum dritten „Judenältesten“ in Theresienstadt ernannt. Zeitlebens stand er unter Kollaborationsverdacht. Doch sein Bemühen, möglichst viele Menschen zu retten, rückt ihn in ein anderes Licht. Claude Lanzmann marschiert mit Dr. Murmelstein durch das hell erleuchtete Rom und lässt ihn von der Dunkelheit Theresienstadts erzählen. Ergänzt wird die Lanzmann-Reihe mit dem Dokumentarfilm „Auschwitz. Das Projekt“ von Emil Weiss. Der Film zeigt in bedrückender Stille Zeitzeugenberichte von vier Auschwitz-Überlebenden.

(Text: Arte)

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